5 Fragen an…

Anselm Kreuzer

Komponist für audiovisuelle Medien

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Erster Tonträger: The Beatles – Rubber Soul

Erstes Konzert: Die Toten Hosen (1989)

 

1. Wie sind Sie als Urheber tätig?

Als Komponist arbeite ich hauptsächlich für Film, Fernsehen, Werbung und Web-Formate. Emotionen und Situationen in Musik auszudrücken, ist meine Leidenschaft. Als Buchautor habe ich zwei Monografien über Filmmusik geschrieben. Zu meinem Selbstverständnis als Urheber gehört es auch, mich ehrenamtlich für die Rechte der Urheber einzusetzen.

2. Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

Wenn man ein Musikstück von mir auf für mich ungeahnte und kreative Weise medial einsetzt und interpretiert. Eine der größten Freuden für mich ist, wenn meine Kinder Musik von mir hören wollen, um dazu zu tanzen und zu trällern.

3. Was treibt Sie zur Verzweiflung?

Wenn das Entstehen von Musik und anderen künstlerischen Ausdrucksformen als naturgegebene Selbstverständlichkeit abgetan wird, um die Notwendigkeit von Schutzrechten samt ihrer Durchsetzung für Kreativschaffende herunterzuspielen; wenn künstlerische Leidenschaft und Selbstverwirklichung rechtfertigen sollen, dass sich jedermann an den daraus gewachsenen Früchten ungefragt bedient; wenn Politiker, Netzlobbyisten oder – teils von der Netzlobby bezahlte – Wissenschaftler versuchen, den Urheberberuf zum Hobby zu machen.

4. Welchen Ratschlag, welche Regel oder welche Routine befolgen Sie?

Immer offen und neugierig zu bleiben, niemals der Routine zu verfallen und Regeln höchstens als Hilfsangebote, nicht aber als Rezepte für Leben und Schaffen anzusehen.

5. Wenn Sie einen Wunsch an die Politik frei hätten, wir würden Sie den folgenden Satz beenden?

Bis zum Ende der Legislaturperiode im September 2017…

… wünsche ich mir, dass endlich zeitgemäße Definitionen der Haftungsregeln für Host Provider festgeschrieben werden, so dass ein Schlussstrich unter all jene kommerziellen Nutzungen von Musik gezogen werden kann, die Konzernen und Plattformen großes Geld einbringen, während Komponisten und Textdichter weitestgehend leer ausgehen und zusehen müssen, wie ihre ursprünglichen Einnahmequellen durch die Dominanz derselben Konzerne und Plattformen zusammenschrumpfen.

 

Foto: Christoph Herrmann

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