Eike Hosenfeld

5 Fragen an…

Eike HosenfeldFilmkomponist

Erster Tonträger: Eine Doppel-Musikkassette von den Beatles namens „1962–1966 und 1967–1970“

Erstes Konzert: Das muss als Kind ein Konzert des Chores gewesen sein, in dem meine Eltern gesungen haben.

1. Wie sind Sie als Urheber tätig?

Als Komponist für Fernsehen und Kino, sehr selten auch mal für Werbung und noch seltener fürs Theater. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich als einer der Vorstände des Composers Club für die Rechte der Urheber.

2. Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

Mit einem hervorragend zubereiteten Essen. Die Kunst des Kochens ist eine der ältesten Kunstformen überhaupt, und sie hat viel mit dem Komponieren gemeinsam: Einzelne Elemente können im komplexen Zusammenspiel ein perfektes Kunstwerk ergeben, wenn der Koch mit ihnen umzugehen weiß.

3. Was treibt Sie zur Verzweiflung?

Bisher dachte ich, dass mich nichts zur Verzweiflung treibt, doch mit zunehmendem Voranschreiten auf der Zeitleiste muss ich mir eingestehen, dass es da doch manchmal Dinge gibt, an denen ich verzweifeln könnte: Z.B. die übermächtige Lobbyarbeit der Digital-Industrie, die es schafft, breite Bevölkerungsteile gegen uns Urheber aufzuwiegeln. Das hat auch in meinem Freundeskreis hin und wieder für hitzige Diskussion gesorgt, bei denen ich mich in der Rolle des einzigen Verteidigers der Urheberrechtsposition wiedergefunden habe.

4. Welchen Ratschlag, welche Regel oder welche Routine befolgen Sie?

Ich versuche immer offen für Neues zu sein, höre mir Vieles an und probiere neue Dinge aus. Dennoch ist mir beim Musikmachen immer wichtig, dass ich verstehe, was ich mache. Ich möchte die Kontrolle behalten, dann gelingt es am besten – auch das ist eine Parallele zum Kochen.

5. Wenn Sie einen Wunsch an die Politik frei hätten, wie würden Sie diesen Satz beenden?

Bis zum Ende der Legislaturperiode im September 2017… (und darüber hinaus…)

…wünsche ich mir, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, Host Provider in Haftung nehmen zu können. Es kann nicht sein, dass sich unter dem vermeintlich demokratischen Deckmantel des Zugänglichmachens von Wissen und Inhalten ein Plattform-Kapitalismus von gigantischem Ausmaß breitmachen kann.

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