Die Politik in der Corona-Krise – Hartmut Ebbing MdB

Das Team der Politischen Kommunikation der GEMA hat Politikerinnen und Politiker aus Bund, Ländern und Europa nach Maßnahmen gefragt, wie Kunst und Kultur langfristig wieder eine Perspektive gegeben werden kann. Aber auch, wie Kultur ihnen persönlich hilft.

Hartmut Ebbing (FDP), Kulturpolitischer Sprecher

1. Die Absage von Veranstaltungen trifft viele Kreative wirtschaftlich besonders hart. Wie kann Kunst und Kultur langfristig wieder eine Perspektive gegeben werden?

Das Wichtigste, was Kunst und Kultur langfristig trägt, sind die Menschen selbst. Temporär können virtuelle Angebote gewisse Lücken schließen, aber niemals den direkten Austausch zwischen Künstler und Publikum ersetzen. Daher müssen wir alles Machbare tun, um die freischaffenden Künstler durch diese existenzielle Krise zu begleiten und sicherzustellen, dass unsere außergewöhnliche kulturelle Vielfalt noch existiert, wenn ein Impfstoff es uns ermöglicht, zu unserem bisher gewohnten Leben zurückzukehren.

2. Welche kulturellen Inhalte haben Ihnen in den letzten Wochen Kraft gegeben?

Ich kenne ja die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker schon länger. Normalerweise höre ich mir kaum Tonaufnahmen an, sondern gehe fast ausschließlich zu
Liveauftritten. In dieser Zeit ist es anders und ich bin von den Konzertmitschnitten wirklich begeistert. Aber auch meine Liebe zur Literatur hat sich in diesen Zeiten bewährt und mir geholfen abzuschalten und Kraft zu tanken.

3. Wie werden die aktuellen Entwicklungen Ihre zukünftige politische Arbeit verändern?

Mir hat die Krise endlich mal wieder die Möglichkeit gegeben über die großen Fragen der Politik nachzudenken und nicht ständig von einem Meeting ins nächste hetzen zu müssen. Ich hoffe auch, es wird uns Politikern helfen, einmal innezuhalten und auszubrechen aus den starren Parteigrenzen, die eine kluge und weitsichtige politische Zusammenarbeit oftmals sehr erschweren. Wir sind ja gewählt, um etwas zu verändern und nicht uns ständig unsere Parteiprogramme vorzubeten.

4. Home Office ist…

… eine gute und progressive Alternative zum Büro. Es eröffnet uns Möglichkeiten, um im immer schneller werdenden Alltag Arbeit und Familie oftmals besser vereinen zu können. Aber TelCo´s und Videokonferenzen sind dauerhaft kein Ersatz für den persönlichen Austausch unter Menschen. Deshalb freue ich mich, wenn die  Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden und der Alltag wieder zurückkehrt.

 

Foto: Peter Adamik

 

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