Die ersten fünf Kilometer #marathonmitderpolitik

Die ersten elf Interviews beim „Marathon mit der Politik“ und damit die Strecke von fünf Kilometern haben wir geschafft. Mit dem kleinen Schlenker ums Paul-Löbe-Haus herum sind es doch etwas mehr als 400 Meter pro Interview-Strecke. Damit ist der erste “Split”, die erste Zwischenetappe erreicht – der größte Teil steht noch bevor. Aber einen Marathon läuft man ja nicht im Vorbeigehen.

Durchgesetzt hat sich der Frühling auf den Videos noch nicht. Richtig warm war es an keinem Tag. Interviewtage erkennt man daran, dass sie überwiegend trübe und nasskalt sind. Wobei Regen weniger das Problem ist. Wind – vor allem in der engen Reinhardtstraße – macht der Kamera mehr zu schaffen. Dazu weiter unten mehr.

Wie läuft’s?

Von Anfang an stand fest, dass die Interviews mit möglichst wenig technischem Aufwand aufgezeichnet werden sollten. Wir haben uns deshalb für eine kleine Kamera entschieden, die direkt vor den Köpfen mit einem Selfiestick gehalten wird. So einfach ist das. Bildqualität: top, Ton: vollkommen akzeptabel. Und um eine andere Atmosphäre zu haben als bei einer typischen Interviewsituation, haben wir uns für den gemeinsamen Spaziergang entschieden. So geht es munter hin und her, entweder vom Berliner Büro der GEMA zum Bundestag oder denselben Weg zurück. Das Schöne daran: die kleine Kamera ist schnell vergessen. Die Augen richten sich immer mal wieder auf Ampeln, den Verkehr und andere Fußgänger.

Was bleibt hängen?

Ein Interview ist weniger ein Interview, sondern vielmehr ein Gespräch auf dem Weg. Dabei kommt es immer wieder zu unvorhergesehen Szenen. Zum Beispiel beim Ausweichen einer Pfütze, beim Aufheben eines Geldstücks oder wenn der Schal wegfliegt.

Nachdem die ersten Interviews online sind, können sich Politikerinnen und Politiker, die wir jetzt anfragen, ein Bild davon machen, was sie möglicherweise erwartet. Vor allem, wenn sie vorgeschlagen wurden. Das war mit dem Startschuss noch nicht der Fall – daher ein großes Dankeschön an diejenigen, die bereits nach der Beschreibung der Idee zugesagt haben.

Wer hat bisher mitgemacht?

Mit Diether Dehm fiel der Startschuss. Neben seinen Aufgaben als Politiker ist er als Urheber tätig. Er weiß, dass kreative Arbeit immer auch disziplinierte Arbeit am „harten Stuhl“ ist. Täglich müsse man dranbleiben und produzieren – und wenn es „Kringel“ sind, die man aufs Papier malt.

 

Saskia Esken zeigte sich unbeeindruckt vom Regen – Frühling in Berlin. Wir hatten zwar einen GEMA-Regenschirm mit dabei, allerdings geschlossen. Um die Pfützen sind wir herum gegangen, verbunden mit der Frage, ob die SPD eigentlich übers Wasser gehen könne 🙂 Ihre Liebe zur Musik und Digitalpolitik waren weitere Themen.

 

Thomas Feist zog Parallelen von seiner politischen Arbeit zur Musik. Er schätzt die freie Rede im Plenum und verglich dies, da er selbst in einer Band spielt, mit der Improvisation beim Jazz.

 

Hansjörg Durz blickte auf die Unterschiede zwischen seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter und als Bürgermeister. Er betonte, wie wichtig die Arbeit sowohl in Berlin als auch im Wahlkreis sei. Und als Bayer konnte er sogar die Hauptstadt loben.

 

Das Interview mit Tabea Rößner war das erste mit Sonnenstrahlen. Es ging um ihre Aufgaben als medienpolitische Sprecherin bis hin zu ihren Anfängen bei den Grünen. Und es war mit einer kleinen „Verschnaufpause“ auf der Brücke das längste Interview. #Redezeit 🙂

 

Stefan Heck hingegen lief am schnellsten, ohne außer Atem zu kommen. Dafür habe er extra trainiert, joggen im Tiergarten. Von Terminen des Tages kamen wir auf den Höhepunkt der Woche, dem Musikautorenpreis der GEMA zusammen Fragen rund ums Urheberrecht in seiner Funktion als Berichterstatter für das Urheberrecht.

 

Lars Klingbeil tauchte irgendwann ab. Die Sorge war, er sei gestolpert. Während einer Frage ging sein Blick nach unten. Nach dem Motto „wer den Pfennig nicht ehrt…“ hob er ein Cent-Stück auf. Neben der Verteidigungspolitik ging es um sein Hauptthema Netzpolitik.

 

Martin Dörmann gab einen Einblick in den politischen Alltag, der auch daraus besteht, innerhalb der Koalition für etwas zu stimmen, was man persönlich mitunter anders sieht. Als „erfahrener Hase“ im Bundestag weiß er, dass das zum Geschäft dazu gehört. Und als Kölner lasse es sich für ihn im Februar in Berlin ganz gut aushalten. #karneval

 

Bei Marco Wanderwitz wehte der Wind heftig und zeigte dem Mikrofon der Kamera die Grenzen. Im Gespräch über seine Aufgaben als medienpolitischer Sprecher haben wir ein weiteres wichtiges Thema aufgegriffen: Familien in der Politik. Wie familienfreundlich ist die politische Arbeit und was kann man machen, um nicht komplett aufgerieben zu werden? Auch dazu gibt es Initiativen.

 

Von Roy Kühne haben wir erfahren, dass er als promovierter Physiotherapeut von Kollegen angesprochen wird, wenn „sie Rücken haben“. Das passt zu seiner Einschätzung, dass Politiker auch nur mit Wasser kochen. Und wieder was gelernt: Bei Reanimation und Erster Hilfe bietet Stayin’ Alive von den BeeGees den richtigen Rhythmus. Das Lied solle man unbedingt im Kopf haben, wenn die Umstände eine Herzdruckmassage erfordern.

 

Sigrid Hupach hat uns begeistert: Mit dem Grundsatz „gelaufen wird bei jedem Wetter“ haben wir das Interview durchgezogen, obwohl uns der Wind heftig um die Ohren pfiff. Es gab alles auf den 400 Metern – Rückenwind, Seitenwind und Gegenwind. Das Mikrofon fand das nicht gut. Davon unbeeindruckt hat Sigrid Hupach über Thüringer Bratwürste, die Architektur des Regierungsviertels und ihre Aufgaben als Kulturpolitikerin gesprochen. Lebendig und authentisch. Und da manche Sätze durch den Wind trotz Tonfilter nur schwer zu verstehen sind, haben wir bei diesem Video Untertitel hinzugefügt.

 

Jetzt blicken wir gespannt auf die nächsten fünf Kilometer.

 

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