EU identifiziert Kultur- und Kreativwirtschaft als strategisch wichtige Branche

Das EU-Parlament hat am 24. Juni mit breiter Mehrheit die Einrichtung des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) gebilligt. Bei dem sogenannten „Juncker-Plan“ handelt es sich um eine der zentralen Initiativen der aktuellen EU-Kommission zur Belebung der europäischen Konjunktur in Zeiten der Finanzkrise.

315-Milliarden-Euro-Paket für Investitionen mit wirtschaftlichem Mehrwert

Mit dem 315-Milliarden-Euro-Paket sollen strategische Investitionen mit hohem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert gefördert werden, indem insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen ein besserer Zugang zu Finanzmitteln ermöglicht wird. Der EFSI zielt dabei auf Projekte ab, die dem Ziel eines „intelligenten, nachhaltigen und inklusiven Wachstums, der Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen und der Verbesserung des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts“ in Europa dienen.

Kultur- und Kreativwirtschaft als strategisch wichtige Branche

Als eine strategisch wichtige Branche wird in dem neuen Investitionsprogramm auch die Kultur- und Kreativwirtschaft identifiziert. Dafür hatte sich in den Verhandlungen insbesondere das EU-Parlament eingesetzt, wo eine entsprechende Initiative u.a. von Christian Ehler (CDU), Pervenche Berès (S&D), Helga Trüpel (Grüne) und Martina Dlabajová (Liberale) eingebracht und fraktionsübergreifend unterstützt wurde.

EY-Studie „Wachstum schaffen: Märkte der Kultur- und Kreativwirtschaft“

Aktuelle Zahlen sprechen für eine solche Strategie. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist schon jetzt einer der größten Arbeitgeber in Europa und dabei für junge Menschen besonders attraktiv. Der Umsatz pro Jahr liegt bei rund 540 Milliarden Euro. Zuletzt ist die Branche selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten (zwischen 2008 und 2012) gegen den europäischen Trend gewachsen. Diese Zahlen stammen aus der Studie „Wachstum schaffen: Erfassung der Märkte der Kultur- und Kreativwirtschaft in der EU“ der Beratungsgesellschaft EY vom Dezember 2014. Sie wurde von der GESAC initiiert, dem Dachverband der europäischen Verwertungsgesellschaften. Wie wichtig Kultur und Kreativität aus wirtschaftlicher Perspektive für Europa sind hat jüngst auch die EU-Kommission in ihrer Strategie für den digitalen Binnenmarkt hervorgehoben.

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