Die Politik in der Corona-Krise – Petra Kammerevert MdEP

Das Team der Politischen Kommunikation der GEMA hat Politikerinnen und Politiker aus Bund, Ländern und Europa nach Maßnahmen gefragt, wie Kunst und Kultur langfristig wieder eine Perspektive gegeben werden kann. Aber auch, wie Kultur ihnen persönlich hilft.

Petra Kammerevert MdEP (SPD)

1. Die Absage von Veranstaltungen betrifft viele Kreative wirtschaftlich besonders hart. Was kann die EU tun, um der Kultur- und Kreativwirtschaft langfristig wieder eine Perspektive zu geben?

Die EU hat in Hinblick auf die Kultur nur begrenzte Kompetenzen. Das wirkt sich natürlich auch auf die Möglichkeiten aus, den von der COVID-19-Pandemie sehr hart getroffenen Kultur- und Kreativsektoren jetzt unter die Arme zu greifen. Zudem habe ich leider das Gefühl, dass die Sektoren für die Kommissionspräsidentin sowie die Staats- und Regierungschefs kaum eine Rolle spielen. Das Europäische Parlament steht dahingegen an der Seite von Kreativen und Kulturschaffenden und hat in seiner Plenarsitzung im September die Kommission und die Mitgliedstaaten ganz konkret dazu aufgefordert, mindestens 2 Prozent des Wiederaufbaufonds zur Unterstützung der Kultur- und Kreativbranchen auszugeben.

2. Wie werden die jüngsten Entwicklungen Ihre zukünftige Arbeit verändern?

Die Pandemie hat gezeigt, wie schwierig ein Alltag ist, der nur noch aus Home-Office und Social Distancing besteht. Kreative und Kulturschaffende haben dabei geholfen, dass uns die Decke nicht so sehr auf den Kopf fällt – obwohl sie selbst mit den Einschränkungen zu kämpfen hatten und immer noch haben. Als Kulturpolitikerin ist dies ein Ansporn, mich noch stärker dafür einzusetzen, dass Kunst und Kultur die nötige Aufmerksamkeit und Unterstützung auf europäischer Ebene erfahren.

3. Videokonferenzen sind…

… eine Notlösung. Sie können die soziale Interaktion in einem persönlichen Gespräch einfach nicht ersetzen. Wenn die Internetverbindung dann auch noch hakt, ich andere nur schlecht als recht hören und sehen kann, dann lässt es sich einfach schwieriger arbeiten und diskutieren. Daher hoffe ich, dass wir bald wieder zur Normalität zurückkehren können.

 

Foto: FKPH

 

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